Mercedes 170

Neulich am Samstag war mein Garagentor mal wieder offen, und ich war am Schrauben. Irgendwann kam ein älterer Herr vorbei, der stehen blieb und nach mir rief. So unterhielten wir uns eine Weile. Der Herr war ca. um die 8o Jahre alt, Ingenieur, und erzählte mir von seiner KFZ-Schlosser Lehre, die er in Hamburg bei Mercedes-Benz absolvierte. Er berichtete von einem Kollegen, der irgendwann von der Militärpolizei erwischt wurde,  wie er versuchte, einen Anlasser für einen Mercedes 170 aus dem Werk herauszuschmuggeln. Es erfolgte eine Hausdurchsuchung und die Mitlitärpolizisten fanden bei dem Mann einen nahezu vollständigen Mercedes 170 auf dem Dachboden! Die Frage, wie er denn den Rahmen und den Motor aus dem Werk schaffen konnte, konnte der Mann noch leicht beantworten: Na hinten im Zaun ist ein Loch – da habe ich die  großen Teile vom Mercedes 170 einfach durchgeschoben und dann am Wochenende geholt. Die Militärpolizisten staunten nicht schlecht. Bei der nächsten Frage wurde der “Dieb” dann bleich.  “Wie wollten sie denn das fertige Auto auf die Straße bringen? Wie sollte das geschehen vom Dachboden aus?” Darauf wurde der Mann dann doch bleich und meinte stotternd: Darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht! 

Was dann mit dem Mercedes auf dem Dachboden passiert erhählte der alte Herr nicht mehr – vielleicht beim nächsten Besuch in meiner Garage.